Bei bestem Sonnenenergie Wetter treffen sich 140 Mitglieder der BEG-58 im Stadtsaal in Wetter/Ruhr zu ihrer jährlichen Generalversammlung. Bei tropischen Temperaturen beginnt die Sitzung und endet mit einem stürmischen Gewitter – hoffentlich kein schlechtes Omen bezüglich der zukünftigen Energiepolitik der aktuellen Bundesregierung.
Aktuelle Entwicklungen auf dem deutschen Strommarkt
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien hat auch in 2025 weiter an Fahrt aufgenommen, besonders der Anteil der Photovoltaik ist gestiegen. Mit fast 62% nahm der EE-Anteil um 0,9% zum Vorjahr zu. Wind- und PV Strom haben daran mit 31,4% und 16,8% den größten Anteil. Sie liegen beide vor den fossilen Energieträgern Braunkohle, Steinkohle und Erdgas. Seit 2023 hat Deutschland im ersten Quartal erstmals wieder mehr Strom exportiert als importiert. Die Erzeugung aus fossilen Quellen ist konstant, die Importe gehen zurück. Eine Erfolgsbilanz der EE zu deren Gelingen die BEG-58 auch ihren Beitrag leistet.
Wie wird die Bundesregierung, insbesondere Ministerin Reiche (ehemalige Managerin der Westenergie), die politischen Rahmenbedingungen verändern? Dies alles hat große Auswirkungen auf das Geschäftsmodell von Bürger*innen, Investor*innen und BEGs. Die Stunden, in denen PV Anlagen runter geregelt oder abgeschaltet werden, weil zu viel PV-Strom im Netz ist und nicht gespeichert oder über Stromsharing verteilt werden kann, nehmen zu. Die BEG-58 beobachtet dies genau und verändert, wenn notwendig, ihr Handeln dementsprechend.

Generalversammlung 2026 am 19.06.2026 im Stadtsaal in Wetter/Ruhr
Die Generalversammlung wird von der Aufsichtsratsvorsitzenden Beate Petersen eröffnet. Nach einer Gedenkminute für die im letzten Jahr verstorbenen zwei Genossinnen der BEG-58 und dem ausdrücklichen Dank an alle aktiven Genoss*innen wurde die Leitung an den Vorstandsvorsitzenden Peter Modrei übergeben.
Peter Modrei begrüßt die Anwesenden und freut sich über die sehr große Zahl der Teilnehmenden, die trotz der tropischen Temperaturen den Weg nach Wetter genommen haben. Die wirtschaftliche Jahresbilanz der BEG-58 ist proportional zur Sonneneinstrahlung. 2025 war mit ca. 110 % Sonneneinstrahlung das viertbeste Jahr seit Bestehen der Genossenschaft. Dies wirkte sich dementsprechend auf die Solarernte und die gezahlten Vergütungen aus. Geschickte Investitionen, günstiges Bauen durch Mitmach-PV, kostengünstiges Einkaufen der Materialien, aufmerksamer Betrieb und Wartung der bestehenden Anlagen, günstige Kredite für die neuen Anlagen durch die Genoss*innen führten zu einem guten Jahresergebnis.
In 2025 wurden neun große Dachanlagen in Betrieb genommen, bestehende Anlagen überholt bzw. aufgrund von notwendigen Dachsanierungen umgebaut. Der Solarpark der BEG-58 vergrößerte sich auf 154 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 7,8 MWp. Die Stromernte konnte um 60% auf 7.014 MWh gesteigert werden, was einem Bedarf von ca. 2.400 Haushalten pro Jahr entspricht. 85 aktive Genoss*innen meisterten diese Herausforderungen. Sie planten, bauten, reparierten, rechneten ab, präsentierten und vieles mehr. 9.000 unentgeltlich geleistete Arbeitsstunden, das entspräche sechs Vollzeitstellen (1.500 h/Jahr). Dafür dankt Peter Modrei ganz besonders im Namen des gesamten Leitungsteams und der Genossenschaft.
Martin Bergmann, der Vorstand mit der wirtschaftlichen Expertise, erläutert den Jahresabschluss 2025. Der Zubau durch die Freiflächenanlage in Letmathe und die großen Dachanlagen führten zu einem guten wirtschaftlichen Erfolg. Die BEG-58 leistete auch ihren Beitrag zur regionalen Entwicklung durch die Zahlung der Dachmieten an ihre Dachgebenden und die Überweisung der Gewerbesteuern an die lokalen Kommunen. Ausführliche Erläuterung der Zahlen, Klärung der Nachfragen führen zu den Beschlüssen. Nach kurzer Diskussion wird mehrheitlich eine Dividende von 3,4% festgelegt. Vorstand und Aufsichtsrat werden nach Antrag für ihre Arbeit entlastet und ihnen wird für die geleistete Arbeit gedankt.
Für die Wahlen zum Aufsichtsrat stellen sich die Bewerber*in Bärbel Höhn, Stefan Kissling und Holger Rüßberg vor. Sie werden mehrheitlich für drei Jahre in dieses Gremium von der Versammlung gewählt.

Den Abschluss der Versammlung bildet der Ausblick durch Peter Modrei. 2026 wurden bisher 3 neue Anlagen (> 400 kWp) projektiert und zwei schon in Betrieb genommen. Die stark gesunkenen Strom-Marktpreise an der Börse belasten die Wirtschaftlichkeit der neuen größeren Anlagen, die dort vermarktet werden müssen; denn bei negativen Preisen wird keine Marktprämie mehr ausgezahlt.
Aufgrund der zunehmenden Anzahl dieser negativen Strompreise (in 2025: > 500 h!) und der Unmöglichkeit diese vorherzusagen, ist eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für neue Projekte sehr schwierig. Hier wäre die Bundesregierung gefordert sich für Klimaschutz durch folgende Maßnahmen einzusetzen: Aktiver Ausbau von Stromspeichern, beschleunigter und smarter Netzausbau (Smartmeter in D. 5,5%, im EU Durchschnitt 63%), dynamische Stromtarife z.B. für Wärmepumpen oder E-Auto-Ladestationen, Strom-Sharing, Investitionen in Wasserstofftechnik und keine Benachteiligung bei der Vergütung, was zur Planungssicherheit für Investor*innen führt. Durch das derzeitige Handeln der Bundesregierung wird der Neubau in 2026 und 2027 deutlich zurückgehen.
Andrea G, die das erste mal an einer GV teilnahm war beeindruckt: „Ein sehr guter Veranstaltungsort, die Leute vom Podium haben alle Fragen verständlich beantwortet und gute Erklärungen und Darstellungen geboten. Das Catering war prima. Schön bei der BEG-58 dabei zu sein.“ Danke Andrea.
Peter Modrei beendet die Versammlung mit dem genossenschaftlichen Motto: „Gemeinsam schaffen, was ein Einzelner nicht kann.“ Im Anschluss ließen sich die Anwesenden die angebotenen Bio-Köstlichkeiten und Getränke beim regen Austausch schmecken.
06/26 j.quanz