Aktiventreffen in Hagen am 22. August 2026

Dieses Jahr organisierten das Team der Öffentlichkeitsarbeit mit Hagener Genossen das Aktiventreffen am Koepchenwerk am Hengsteysee. Mit einem ausgedehnten Spaziergang um den Hengsteysee Richtung Koepchenwerk begann der Tag.

Im alten Pumpspeicherkraftwerk warteten zwei Experten der Stiftung Industriedenkmalpflege auf unsere ca. 50 Personen starke Gruppe, einen Ausflug in die Vergangenheit dieses Ortes mit zu erleben. Herr Koepchen hat in den 20er für die RWE dieses herausragende Kraftwerk geplant und gebaut. Mit 142 Megawatt Leistung war es in den Verbund des neu geschaffenen Strom Verbund Netzes mit Süddeutschland seit 1930 integriert. Vier Maschinensätze mit getrennten Turbinen und Pumpen sowie horizontalen Wellen konnten so die Stromspitzen sehr schnell ausgleichen. Nachts bei Überschüssen von Kohle- und später auch Atomstrom wurde Wasser vom Hengsteysee ins Oberbecken gepumpt, bei höchstem Energiebedarf mittags schoss das Wasser vom Oberbecken die 150m Höhendifferenz nach unten und bewegte die Turbinen und Generatoren.

Im Dezember 1980 kam es zu einem Störfall, das Gehäuse einer Pumpe riss, die Betriebsmannschaft verhinderte größere Folgeschäden, RWE entschied das Werk zu schließen, abzureisen und nebenan das neue Pumpspeicherkraftwerk Herdecke zu bauen. Dieses nutzt das gleiche Prinzip, die Rohre zum Oberbecken der neuen Anlage sind allerdings unterirdisch im Berg vergraben. Das Oberbecken hat einen Inhalt von 1.600.000 m3, bei einer Fallhöhe von 160 m und einer Durchflussmenge von 100.000 Litern/Sekunde können 160.000 kW Leistung mit einem max Wirkungsgrad von 80% erzeugt werden. Im Oberbecken sind somit 590.000 kWh Energie gespeichert. Zudem wurde 2021 ein Batteriespeicher aus gebrauchten Lithium-Ionen aus E-Autos von Audi installiert. Der Batteriespeicher lässt sich deutlich schneller als die Turbine aktivieren; er stabilisiert das Netz im Millisekundenbereich. Spannende Einblicke in alte und moderne Speichertechnik.

Der geplante Abriss des Koepchenwerks wurde abgewendet. Die Stiftung Industriepflege und Geschichte hat es in ihre Obhut übernommen, 2017 restauriert, für Touristen zugänglich gemacht und es wird Bestandteil der IGA 2027 werden. Wein, biodynamischer Weinanbau und Gastronomie ergänzen die neue Nutzung.
Das sanierte Dach des Koepchenwerks bietet sich eventuell für eine neue Energienutzung durch PV an, wir bleiben dran.

Nach dem alle Fragen beantwortet waren, spazierten wir weiter zum griechischen Lokal Proto, wo wir den Tag bei gemeinsamen Gesprächen, Essen und Getränken genießen. Dank an alle, die uns in unserem Tun in der BEG-58 tatkräftig unterstützen.

08/26 J. Quanz

Im Koepchenwerk von oben fotografiert